Studium, Firmenportrait

true fruits: Das Studenten-Start-up
true fruits: Das Studenten-Start-up

Das Wunder von Bonn

24.04.2011 Von: Jennifer Mönnekes

Ihre Arbeit trägt Früchte, echte Früchte. Die drei Gründer der Smoothie-Firma true fruits GmbH erzählen, wie aus einem Uni-Projekt ein Start-up wurde.

Wir sprachen mit den Bonner Püree-Pionieren Marco Kanuf (33), Inga Koster (32) und Nicolas Lecloux (28).

Mögt ihr Smoothies überhaupt noch?

Nic Lecloux: Na klar. Ohne geht nicht. Wobei momentan die Juices hoch im Kurs sind. Das sind frisch gepresste Säfte, die wir Ende 2010 raus gebracht haben.

Was ist eure Lieblingssorte?

Inga Koster: Bei den Smoothies ist es „white“, unsere Ananas-Kokosnuss Mischung. Der sieht im Regal zwar echt hässlich aus, weil wir keine Bindemittel benutzen und sich die Ananas von den restlichen Früchten absetzt, aber bei mir bleibt er die unangefochtene Nummer 1.

Marco Knauf: Bei den Juices schwör ich auf Erdbeere-Orange. Einfach geil!

Wie kam euch die Idee zu true fruits?

Marco Knauf: Inga und ich entdeckten die Smoothies während eines Auslandssemesters in Schottland. Wir waren drei Monate dort und haben das Leben in vollen Zügen genossen. Neben den ganzen fettigen Sachen wie Fish and Chips, Bacon aus dem Ofen waren die Smoothies das einzig Gesunde für zwischendurch. In ganz Großbritannien waren die Smoothies bereits enorm beliebt. Als wir dann zurück nach Deutschland kamen – das war 2005 – waren wir sehr überrascht, dass es noch immer keine Smoothies hier in Deutschland gab.

Für fast alle deutschen Fruchtsafthersteller, mit denen wir sprachen, waren Smoothie noch ein Fremdwort. Und der einzige deutsche Google-Eintrag für Smoothie war ein technisches Gerät, das so hieß. Da wurde uns bewusst, dass wir die einmalige Chance hatten ein komplett neues Produkt auf den Markt zu bringen.

Und wie habt ihr dann mit der Idee ein Unternehmen gegründet?

Nic Lecloux: Inga und Marco erzählten mir nach ihrer Rückkehr aus Schottland von der Idee und haben mich direkt infiziert. Als nächstes haben wir dann mit unserer Hochschule ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. An dem Projekt haben Studenten der unterschiedlichsten Fachrichtungen mitgearbeitet, wie beispielsweise Chemiker, Biologen, BWLer, etc. Parallel haben wir an einem Businessplan-Wettbewerb der Neuen Unternehmertum Rheinland e.V. teilgenommen und wurden dort prompt mit einem Preis ausgezeichnet. Durch die regionale Berichterstattung in der Presse wurden unsere jetzigen Investoren aufmerksam, mit denen wir dann im Juni 2006 die true fruits GmbH gründeten.

Half es euch, dass ihr euch die unternehmerische Verantwortung geteilt habt?

Inga Koster: Auf jeden Fall. Grundlegende Entscheidungen besprechen wir immer zu Dritt und entscheiden dann gemeinsam. Auch in der Gründungsphase war es enorm vorteilhaft, dass wir zu dritt waren. Wir standen praktisch täglich vor neuen Problemen und Unwägbarkeiten. Da kam es auch schon mal vor, dass einer von uns nicht mehr weiter wusste. Da war es wirklich super, dass wir zu dritt waren und immer einer übrig war, der motivieren konnte und nach Lösungen suchen konnte.

Hattet ihr jemals andere Berufswünsche?


Marco Knauf: Für mich stand immer schon fest, dass ich mal meine eigene Firma haben werde. Mich hat schon als Schüler interessiert, wie man als Gründer eine Geschäftsidee umsetzt.

Inga Koster: Bei mir war das nicht so klar. Ich habe nach meiner Ausbildung zur Bankkauffrau ein BWL-Studium angeschlossen und wollte danach wieder zurück in das Bankenwesen. Aber die Geschäftsidee mit den Smoothies war zu reizvoll, um zu widerstehen.

Beschreibt uns doch mal euren Firmensitz.

Nic Lecloux: Wir sitzen in einem Großraumbüro, da passiert vieles auf Zuruf. Man merkt uns die Start-up Kultur definitiv an. Wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis untereinander, das liegt vor allem am Altersdurchschnitt der bei Anfang 30, Ende 20 liegt. Außerdem haben wir eine große Küche, in der sich mittags alle zum Essen treffen. Einmal in der Woche ist immer einer dran für alle zu kochen. Da war von Kartoffelsalat mit Bockwurst über Rinder-Rouladen und selbstgemachtes Sushi alles dabei.

Was war das bislang schönste Erlebnis in eurer noch jungen Karriere als Unternehmer?

Marco Knauf: Da gab es einige schöne Erlebnisse, aber der absolute Höhepunkt war die Auszeichnung mit dem Deutschen Gründerpreis in 2009. Wir haben bereits viele Auszeichnungen für die Produktqualität bekommen und auch für das Flaschendesign der Smoothies, aber mit dem Gründerpreis wurde unser persönlicher Unternehmenserfolg ausgezeichnet. Das war wirklich ein einzigartiger Abend für uns!

Hier erfahrt ihr mehr über true fruits.

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