Ausbildung, Beruf, Auf eigenen Füßen

Ich bin Mediengestalterin
Ich bin Mediengestalterin
Dank ihrer guten Noten standen Sabine nach ihrem Abitur im Sommer 2009 viele Türen offen. Doch anstatt den sichersten und und bestbezahlten Weg einzuschlagen, folgte die heute 22-Jährige ihrem Bauchgefühl und entschied sich für eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Uns hat sie erzählt, warum sie ihren Job liebt und sich immer wieder dafür entscheiden würde.
Sabine, wie hast du dich nach dem Abitur über mögliche Berufe informiert?
Ich habe schon während der Schulzeit viele Praktika gemacht. Unter anderem war ich ein halbes Jahr lang in einer Bank. Außerdem habe ich mir auch die Ausbildungsberufe zur Kindergärtnerin, zur Floristin und zur Industriekauffrau angeschaut. Ausgerechnet im Medienbereich habe ich vor meiner Ausbildung aber keine Erfahrungen gesammelt.
Wie kam es dazu, dass du dich am Ende für eine Ausbildung zur Mediengestalterin beworben hast?
Ich hatte nach der Schule viele Optionen. Ich hätte ein duales Studium als Industriekauffrau oder eine Ausbildung als Bankkauffrau anfangen können. Aber der Beruf der Mediengestalterin hat mich immer schon mehr gereizt. Als mir der Gedanke erst gekommen war, wusste ich: Der Job soll es sein. Unbedingt! Ich habe mich dann beworben und wurde zum Glück direkt genommen.
Gab es bei deiner Bewerbung ein spezielles Auswahlverfahren?
Ja, es gab einen Einstellungstest.
Woraus bestand der?
Aus Fragen zum Allgemeinwissen, einem Deutschtest mit Diktat und der Aufgabe, ein Aquarellbild zu malen und sich selbst die Farben anzumischen. Außerdem mussten wir aus einem Halbkreis Figuren malen. Da war Kreativität gefragt. Zum Schluss haben wir einen Würfel bekommen, den wir aus vielen Einzelteilen zusammensetzen mussten. Der Ausbilder hat uns nebenbei Fragen gestellt, um eine Stresssituation zu simulieren. Viele Bewerber waren ziemlich ruhig – ich habe einfach drauflos geredet. Die letzte Bewerbungsstufe war ein Gespräch mit dem Ausbilder und einem Mitarbeiter der Personalabteilung. Kurz darauf kam dann schon die Zusage.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Mediengestalterin?
Drei Jahre. Ich hätte die Zeit auch auf 2,5 Jahre verkürzen können. Doch dann würde mir wichtige Praxiserfahrung fehlen. Auf die wollte ich nicht verzichten. Ich finde, dass man in der Zeit noch eine ganze Menge dazulernt.
Wie ist die Ausbildung aufgeteilt?
Die Basis ist die Ausbildungsabteilung meines Unternehmens. Das ist eine eigenständige Abteilung, in der wir zuerst kleine Übungen gemacht haben und Einstiegsaufgaben bearbeiten mussten. Dann wurden wir nach und nach in die Teams des Unternehmens verteilt. Man durchläuft während der Ausbildung verschiedene Abteilungen mit ganz verschiedenen Schwerpunkten.
Wie ist der Unterricht in der Berufsschule gegliedert?
Ich arbeite immer zwei Wochen lang und habe dann eine Woche lang Schule. Ansonsten ist es eher berufsbezogener Unterricht mit kaufmännischen Themen, Wirtschaft und berufsbezogener Politik. Nur Englischunterricht haben wir regelmäßig auch in den Praxisphasen.
Stimmt es, dass man gut zeichnen können muss, wenn man Mediengestalter werden will?
Natürlich ist das eine gute Referenz. Zwingend notwendig ist es aber nicht. Ich mache mir manchmal Skizzen, vor allem bei der Konzeption von neuen Themen. Theoretisch funktioniert es aber auch, wenn man ausschließlich am Computer arbeitet.
Wie fällt dein Fazit nach zwei Jahren Ausbildung aus?
Mir gefällt die Arbeit supergut und ich bin sehr glücklich, dass ich mich dafür entschieden habe. Jeden Tag bekommt man andere tolle Aufgaben. Es wird nie langweilig!




