Studium, Leben

Vier Stundenten berichten vom „Jahrhundertansturm“
So voll ist es wirklich!
Der doppelte Abiturjahrgang in Niedersachsen und Bayern, die Abschaffung der Wehrpflicht und dann auch noch der Wegfall der Studiengebühren in einigen Bundesländern – Deutschlands Hochschulen rechneten in diesem Semester mit einem „Jahrhundertansturm“. Vier Studenten haben uns berichtet, wie voll es an ihren Unis wirklich geworden ist!
Katrin, 24, studiert im 3. Semester in Bamberg:
„In diesem Semester ist es wirklich heftig! Unser Audimax ist komplett voll und es stehen immer noch 300 Leute auf dem Flur, die keinen Platz gefunden habe. Da ich im 3. Semester bin, bin ich zum Glück nicht so sehr betroffen, denn ich habe kaum noch Einführungsveranstaltungen.
Aber selbst bei den Uni-Sport Anmeldungen muss man sich um 6.00 Uhr anstellen, damit man um 9.00 Uhr noch seinen Wunschkurs bekommt. Wohnungen sind absolute Mangelware und viele schlafen auch jetzt noch in Hostels oder im Hotel. Es kann wirklich nicht angehen, dass man für solche Zustände Studiengebühren zahlt!“
Louisa, 20, studiert im 3.Semester in Paderborn:
„Die Uni war in diesem Sommer einfach megaüberfüllt! Da mein Studiengang recht klein ist, erlebe ich die Massen in den Hörsälen zwar nicht so sehr, aber im Mensafoyer und in der Mensa ist auch jetzt immer die Hölle los. Es kommt schon mal vor, dass es eine halbe Stunde dauert, bis man sein Essen hat. Und dann kommt noch die Kassenschlange und die Platzsuche hinzu.
Busse und Züge sind randvoll. Auch die Wohnungssituation ist wirklich schlimm! Ich habe gehört, dass Studenten sogar auf dem Campus campen müssen, weil sie kein Zimmer gefunden haben. Ich will wirklich nicht wissen, wie die Situation in der Uni aussieht, wenn 2013 auch noch der Doppeljahrgang in NRW kommt."
Philipp, 25, studiert im 1. Semester einen Master in Mainz:
„Den Andrang habe ich bei der Wohnungssuche gemerkt: Massenbesichtigungen mit bis zu 20 Bewerbern für eine 1-Zimmer-Wohnung sind normal und für einen WG-Platz müssen mehrere Auswahlrunden überstanden werden. Die Auswahl bei der Mitbewohnersuche ist einfach so groß, dass sich das ganze über Wochen hinstreckt. Ich habe Glück gehabt und eine Zusage für die Wohnung bekommen, die ich am besten fand.
An der Uni ist es bei mir - wohl auch aufgrund meines Studiengangs - nicht so schlimm. Da der Verlauf des Studiums fast vollständig vorgegeben ist, sind die Plätze in den Kursen reserviert. Die Vorlesungen können wir frei wählen und dort gibt es ausreichend Plätze. Die Hörsäle sind voll, aber nicht überfüllt.“
Annika, 19, studiert im 1. Semester in Bielefeld:
„Die Einführungsveranstaltungen sind zum Teil wirklich sehr überfüllt. Extrem ist es vor allem bei den Juristen. Aber auch in meinem Studiengang müssen bei manchen Vorlesungen Kommilitonen auf der Treppe sitzen oder sogar stehen. In den Grundveranstaltungen kommen Leute aus mehreren Studiengängen zusammen – da wird es natürlich besonders voll.
Was die Wohnungssituation angeht, habe ich Glück, weil ich zu Hause bei meinen Eltern wohnen kann. Ich habe aber von anderen Studenten gehört, die keine Wohnung mehr in der Stadt gefunden haben und jeden Tag pendeln müssen.“




